Innere Ressourcen

Artikelserie – Innere Kraftquellen

„Die Tiefe der menschlichen Seele
bietet unergründliche Kräfte.“

Franz von Assisi

Dem Start meines Blogs widme ich ein meiner Meinung nach besonders wichtiges und stärkendes Thema: Inneren Kraftquellen, die mir helfen, schwere Zeiten durchzustehen.

Nicht nur auszuhalten (was für sich alleine oft schon herausfordernd ist und manchmal völlig ausreicht) sondern auch daran zu wachsen – und Wege zu finden, im Innen und im Außen, mein Leben damit zu gestalten.

Es ist immer noch eine ständige Herausforderung meine inneren Stärken wirklich dann zu fühlen wenn ich sie am nötigsten brauche.

Oft scheint es genau in diesem Augenblick, als ob sie nie da gewesen wären.

Aber im Nachhinein merke ich: Sie haben mir doch geholfen, die schweren Tage, Wochen oder Monate durchzustehen.

In einer Serie von mehreren Beiträgen, die nach und nach auf meinem Blog erscheinen werden, stelle ich dir einige dieser für mich so wichtigen Ressourcen vor.

Viele Ressourcen wurden in schwierigen Zeiten angelegt

Wenn wir krank sind, körperlich oder seelisch beeinträchtigt, ist es für die meisten von uns um ein vielfaches schwerer, unser Leben als sinnvoll, als „gut so wie es ist“ zu sehen.

Dazu kommen vielleicht bewusst oder unbewusst Gefühle und Gedanken auf, die unsere jetzige Situation mit früheren Situationen verbinden, in denen wir uns hilflos und überfordert fühlten.

Zumindest mir geht es so – in den langen Zeiten, in denen ich die Situation mehr aushalte als aktiv gestalten kann, fühle ich mich in gewisser Weise an den Schulalltag erinnert.

Schon als Kind war ich eher in mich gekehrt, sensibel, gleichzeitig freiheitsliebend und eigensinnig.

Die Schule empfand ich daher meist als eine Art lange Gefängnisstrafe: Ich konnte nichts anderes tun, als Tag für Tag dazusitzen und durchzuhalten.

Vielleicht denkst du so wie ich auch manchmal, dass genau diese Dinge aus der Vergangenheit zeigen, wie schlecht du schon damals mit Schwierigkeiten umgehen konntest?

Ich möchte zeigen, dass oft das Gegenteil der Fall ist.

Gerade in den schwierigsten Zeiten im Leben, wo wir der Situation nicht entfliehen konnten, waren wir darauf angewiesen, innere Ressourcen zu entwickeln und einzusetzen.

Im Beispiel meines Schulalltags fallen mir spontan ein:

Meine Phantasie, die es mir erlaubte, innerlich lebendig zu bleiben.

Viel Kreativität darin, mich vor ungeliebten Hausaufgaben zu drücken und dabei trotzdem das nötigste für die Schule zu machen.

Meine Liebe zur Natur und zu Tieren, wo ich wieder ein wenig auftanken konnte.

Meine Fähigkeit, mir mir alleine zu sein.

Auch wenn sie damals noch nicht so stark ausgeprägt waren oder wir uns dessen nicht bewusst waren – viele Ressourcen waren schon da.

Manches haben wir vielleicht vergessen, oder uns war nicht bewusst, dass es auch eine innere Stärke sein kann.

Vermeintliche Schwächen können zu Kraftquellen werden

Während einer schweren Zeit, in der ich mich unvermeidlich mehr mit meinen inneren Stärken und Verletzlichkeiten auseinandersetzen musste, habe ich aufgeschrieben:

„Offenes Herz, berührbare Seele: Erst größte Last – dann kostbarstes Geschenk.“

Wir sind kein zweiseitiges Menschenpaket, kombiniert aus Stärken und Schwächen, aus gut und schlecht, wie es uns Bewerbungtipps und manche Lifestyle-Ratgeber vormachen.

Alle Charaktereigenschaften, egal ob positiv oder negativ besetzt, können uns im Übermaß oder wenn sie unkontrolliert und unbewusst ausgelebt werden, Schwierigkeiten machen.

Und sie können gleichzeitig auch ein großes Geschenk sein.

Anstrengende Gefühle nicht zu verdrängen und auch nicht zu idealisieren, sondern sie realistisch und gleichzeitig wohlwollend als Teil von uns zu betrachten ist dafür meist hilfreich.

Eine erhöhte Empfindsamkeit kann so zum Beispiel helfen, tief empfundenes Mitgefühl mit dir selbst und anderen zu haben.

Schwierigkeiten, Gefühlsausbrüche zu kontrollieren können uns in einer sicheren Umgebung vielleicht helfen, in Kontakt mit unserer spontanen, wilden Natur zu treten – und sie achtsam in unseren Alltag zu integrieren.

Langsamkeit und Neigung zu Überforderung bei zu vielen Reizen kann uns dazu führen, alles bewusster zu machen.

Unsere Augen und unser Herz zu öffnen für die kleinen Dinge im Alltag, die viele Menschen gar nicht wahrnehmen.

Allein zu sein kann uns Raum geben, gut mit uns selbst umzugehen und Kraft zu schöpfen. Einsamkeit kann uns deutlich machen, wie wichtig ein Gefühl von Verbundenheit ist: Das kann uns in Kontakt zu Menschen bringen, die uns verstehen und vielleicht ähnliches erlebt haben. So können wertvolle und tiefe Beziehungen entstehen.

Das Verlangen nach Liebe und Geborgenheit führt möglicherweise dazu, dass wir uns unserer tieferen Sehnsüchte bewusst werden, die Teil der menschlichen Natur sind.

Es ist gut, dass wir diese oder ähnliche Anteile in uns haben:

Denn ein Mensch, der nie unsicher war und nie Angst hatte, wird nicht erfahren was es heißt, wirklich mutig zu sein.

Jeder Mensch hat andere Ressourcen

Auch wenn manche Kraftquellen universell sind und grundsätzlich fast jedem Menschen gut tun, hat jeder Mensch eigene Ressourcen, die leichter zugänglich sind.

So können wir alle unsere ganz eigene Kombination innerer Stärken anlegen, auf die wir mit etwas Übung immer besser zurückgreifen können.

Vielleicht kannst du mit meiner Sammlung etwas anfangen, und so manches zu deiner hinzufügen?

Hier geht’s zu den bisher erschienen Beiträgen der Artikelserie:

Innere Kraftquelle: Mitgefühl üben

Innere Kraftquelle: Sei wie ein Tier

Innere Kraftquelle: Allein sein

Welche inneren Ressourcen helfen dir, schwere Tage durchzustehen und an guten Tagen neue Energie zu schöpfen?

Ich freue mich über deinen Kommentar dazu.

2 Gedanken zu “Artikelserie – Innere Kraftquellen

  1. Liebe Elisa!

    In den schwersten Stunden hilft mir

    – mein gesamtes Dasein
    meinen aktuellen Zustand
    fließen zu lassen

    nicht ganz passiv zu sein,währenddessen
    auf keinen Fall zu aktiv,
    dann stoppt der Fluss es ist kein Lassen mehr.

    es erscheint mir, ich müsse dann Ruhe geben, ‚lassen‘.

    Welches bedeutet

    – aushalten

    – zuwarten

    – im Schwebezustand Ruhe geben

    – aus Ruhe entsteht
    Entspannung

    – durch Entspannung weicht Angst

    daraus befreit sich die zuvor verborgene Zuversicht,
    und der Mut.
    zuletzt die Hoffnung.

    Ich habe nie gefragt:
    – weshalb ich.

    sondern mich entlastet mit:
    – warum nicht ich ?

    ( ͡°( ͡° ͜ʖ( ͡° ͜ʖ ͡°)ʖ ͡°) ͡

    1. Liebe Vera,
      Das Dasein und den aktuellen Zustand fließen lassen – du hast sehr schöne Worte dafür gefunden, ich kann beim Lesen deines Kommentars mitfühlen und miterleben, was du meinst. Mich erinnert es ein wenig an das Wu Wei, das „Nichthandeln“ im Daoismus – das ist auch eine Art fließen lassen, sich nicht dem Leben entgegenstellen aber auch nichts erzwingen durch zuviel Aktivität.

      „Warum nicht ich“ – das ist wirklich viel entlastender als die Frage „Warum ich“. Schwere Zeiten und Erfahrungen können ja jedem begegnen, warum dann nicht mir? Danke für diesen guten Gedankenanstoß!
      Liebe Grüße
      Elisa

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