Innere Ressourcen

Innere Kraftquelle: Alleinsein

„Allein sein zu müssen, ist schwer – allein sein zu können, ist schön.“
Rabindranath Tagore (1861 – 1941), indischer Dichter und Philosoph

Viel Zeit allein zu verbringen ist sehr oft ein fast unausweichlicher Teil eines Lebens mit chronischer Erkrankung.

Gerade in unserer modernen Gesellschaft, wo nicht mehr die Großfamilie unter einem Dach lebt und fast jeder einer Arbeit außerhalb des Zuhauses nachgeht, sind die Wohnungen tagsüber meist leer – und wir, die wir oft keine andere Wahl haben, als viel daheim zu sein und auszuruhen, bleiben damit allein.

Neben der Einsamkeit, die das manchmal mit sich bringt, ist allein sein zu können aber auch eine meiner wichtigsten inneren Kraftquellen.

Inhalt

Allein durch chronische Erkrankung
Einsamkeit: Inneres Alleinsein
Mein Umgang mit Einsamkeitsgefühlen
Alleinsein in unserer Gesellschaft
Alleinsein – von der Bürde zur Kraftquelle
Meine 11 Lieblingsvorteile des Alleinseins
3 Dinge, die ich nur durch das Alleinsein erfahren habe

Allein durch chronische Erkrankung

Viele von uns sind in unterschiedlichem Maße in der Mobilität oder der Energie, die uns täglich zur Verfügung steht, eingeschränkt.

Mal eben spontan zum Kaffeetrinken treffen, bei einer Wanderung dabei sein oder einen gemeinsamen Urlaub zu planen ist dann nicht oder nur teilweise möglich.

An vielen Tagen bist du vielleicht wie ich so sehr erschöpft, dass jede Gesellschaft oder Unterhaltung zu viel Kraft kostet. Obwohl du dich gleichzeitig nach dem Zusammensein mit anderen Menschen sehnst.

Dazu kommt, dass es schwer ist, Freundschaften aufzubauen oder fortzuführen, wenn du nur selten jemandem treffen kannst: Da ich in den letzten Jahren oft all meine Energie und Aufmerksamkeit brauchte, um mit meiner schwierigen gesundheitlichen Situation umzugehen, sind einige Kontakte abgebrochen.

Ich habe das Glück, mit einem Freund zusammen zu wohnen, so dass ich an den meisten Tagen zumindest abends nicht allein bin. Andererseits fehlt es mir auch, mehr selbst bestimmen zu können, wann ich allein zu Hause bin und wann ich andere Menschen treffe.

Seit ich meine Hündin habe, bin ich auch tagsüber nicht mehr ganz allein. Ich merke es gleich, wenn sie mal nicht da ist, dann wird die Wohnung ganz still. Obwohl sie sonst ja auch nur ruhig in ihrem Körbchen liegt, fühlt es sich ganz anders an.

Einsamkeit: Inneres Alleinsein

Neben dem äußeren Alleinsein, das eigentlich ein emotional neutraler Zustand ist – nämlich sich im Moment ohne Interaktion und räumliche Nähe zu anderen Menschen zu befinden – gibt es auch das innere Alleinsein.

Inneres Alleinsein kannst du auch erleben, wenn du mit vielen Menschen zusammen bist, mit ihnen sprichst und nach außen hin mit ihnen verbunden bist.

Wenn du aber innerlich das Gefühl hast, dich in einem ganz anderen Zustand zu befinden als die Menschen um dich herum – wenn du innerlich mit deinen Gedanken bei deinen Symptomen, bei Sorgen über deinen Alltag und deine Zukunft bist – dann kannst du dich trotzdem als isoliert empfinden. Du fühlst dich einsam.

Ich empfinde Einsamkeit, obwohl ich nicht allein wohne und obwohl ich durchaus etwas häufiger Besuch haben könnte.

Mir fehlt es aber, Freundinnen zu haben, Dinge gemeinsam unternehmen zu können und über gemeinsame Interessen oder Erlebnisse zu reden.  Einfach mal Unsinn zu machen, Tanzen zu gehen, gemeinsam zu Kochen und zu Essen.

Wenn ich Kontakt mit Menschen habe, die selbst keine ähnlichen Erfahrungen mit Erkrankungen und Alltagseinschränkungen haben, fühle ich mich auch manchmal einsam. Denn viele Dinge, die selbstverständlich Teil meines Lebens sind und die mich gerade beschäftigen, können sie natürlich nicht nachfühlen.

Mein Umgang mit Einsamkeitsgefühlen

Es ist selten geworden, aber es gibt diese Momente, da fühle ich mich so einsam, dass es mich innerlich fast zerreißt.

Wenn es mir plötzlich gesundheitlich schlechter geht, ich nicht weiter weiß – und alle Versuche von außen mehr Unterstützung und Linderung zu bekommen, fehlschlagen.

Oder wenn Freunde von mir Geburtstag haben, oder etwas unternehmen, wo ich furchtbar gern dabei wäre.

Was mir dann zumindest ein wenig hilft ist, mir bewusst zu machen, dass es viele Menschen gibt, denen es so geht.

Den Blick weg zu lenken von denen, die das haben was ich mir wünsche oder denen es vermeintlich besser geht –  sondern mich innerlich mit den unzähligen Menschen zu verbinden, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen auch einsam fühlen. Dabei Mitgefühl zu empfinden und zu sehen, dass nicht nur ich einsam bin, und dass nichts falsches daran ist, so zu fühlen – auch das Gefühl von Einsamkeit ist ein normaler Teil des menschlichen Lebens, der kommt und geht.

Gedanken wie „Ich werde mich immer einsam fühlen“ oder „Meine Situation und meine Gefühle werden sich nicht mehr ändern“ machen es nur  schlimmer, und ist ja auch nicht realistisch: Ich werde mich nicht immer einsam fühlen, zumindest nicht in dieser Intensität. Auch in der Vergangenheit habe ich mich nicht immer so sehr einsam gefühlt.

Ich sage mir „ich fühle mich jetzt einsam. Das ist schwer.“ und versuche dabei, mir besonders mitfühlend zu begegnen. Damit gestehe ich mir das Gefühl zu und verurteile mich nicht dafür. Bleibe dabei aber im Moment und füge meiner aktuellen Einsamkeit nicht die Ängste über eine vermeintlich einsame Zukunft hinzu.

Jede*r von uns hatte in der Vergangenheit Zeiten und Momente von Verbundenheit mit anderen Wesen, ob Tier oder Mensch. Genauso, wie es früher mal anders war, kann es in der Zukunft wieder anders werden.

Nichts bleibt so, wie es gerade ist. Leben bedeutet Wandel. Und auch wenn sich unsere äußere Situation nicht grundlegend ändern sollte, kann ganz viel im Inneren geschehen, so dass wir auch das Alleinsein nicht mehr als so bedrohlich und bedrückend empfinden wie gerade jetzt.

Ich lese oft – wir sind sowieso allein. Wir sind letztlich allein mit unseren Gedanken, unseren Gefühlen und Sehnsüchten. Wir müssen unserem Schmerz und unserer Angst allein begegnen. Das klingt nicht so vielversprechend und etwas trostlos. Das muss es aber nicht sein.

Ja, es ist richtig, dass nur wir allein wissen, was wir genau empfinden. Letztlich müssen wir selbst mit den Schwierigkeiten, die unsere Erkrankungen mit sich bringen umgehen – wir können keinen Urlaub von uns nehmen oder uns einen anderen Körper aussuchen.

Auf einer anderen Ebene sind wir mit allen Wesen, die Leben, und damit Freude und Leid erfahren, verbunden.

Du musst deinen inneren Schmerz aushalten und kannst das nicht abgeben – aber du bist damit nicht allein.

Auch biochemisch betrachtet sind wir mehr als eng miteinander verwandt: Wir tragen eine sehr ähnliche DNA, einen fast identischen Aufbau unserer Zellen in uns. Und wir sind aus den gleichen Elementen aufgebaut, wie alle uns bekannten Planeten und Galaxien.

Wir folgen dem Kreislauf von Werden und Vergehen, genau wie jeder Stern, jede Blume und jedes Pantoffeltierchen.

Wenn ich mit mir allein bin, ist das für mich tröstlich: Ich fühle mich durch diesen Gedanken mit allen Wesen, mit allen Dingen im Universum verbunden. Das hält mich und gibt mir wieder Kraft.

Außerdem gibt es ein paar praktische Dinge, die ich anwende, um auch meinen Sinnen und meinem Körper das Gefühl zu vermitteln, nicht so allein zu sein.

Ich schaue eine vertraute Serie oder höre meine Lieblingsmusik. Mich warm einzukuscheln mit einer Wärmflasche oder einem Wärmekissen vermittelt außerdem meinem Unterbewusstsein ein ähnliches Gefühl, wie neben einem anderen Menschen oder Tier zu liegen.

Meine Hündin zu streicheln, mit ihr zu reden und zu spielen tut natürlich auch sehr gut. Manchmal hilft auch schon ein kurzer E-Mail oder SMS-Kontakt, um mich wieder etwas mehr mit anderen Menschen verbunden zu fühlen.

Alleinsein in unserer Gesellschaft

Wir leben in einer überwiegend extrovertierten Gesellschaft, die die scheinbare Beliebtheit und Zahl der Kontakte als wichtiges Maß für den Wert und das Ansehen einer Person betrachtet. Gerade junge Menschen fühlen sich daher schnell „falsch“, wenn sie weniger als einige hundert Facebookfreund*innen oder nicht mehr als eine Handvoll echte Kontakte haben.

Das macht es für Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht diesem Bild entsprechen – wegen einer Erkrankung, der Lebensumstände, seelischen Leids oder einfach aufgrund anderer Bedürfnisse und Vorlieben – nicht immer leicht.

Eigentlich total absurd, denn so viele Menschen fühlen sich einsam oder haben wenig Kontakte. Alte Menschen, junge Menschen, Mütter und Väter, Gesunde und Kranke, Menschen in Partnerschaft und Menschen, die allein leben.

Vielleicht machst du dir sogar Vorwürfe – oder hast das Gefühl, weniger wert zu sein, wenn du eher wenige Kontakte oder Unterstützung hast?

Dabei ist der Rückzug von Freunden oder Familie nicht unsere Schuld: Viele können nicht gut damit umgehen, wenn nahestehende Menschen krank sind. Vielleicht macht es ihnen einfach zu viel aus, oder es weckt eigene, unbewusste Ängste vor Krankheit und Kontrollverlust.

Vielleicht gibt es auch einfach andere Dinge in ihrem Leben, die sie gerade so sehr einnehmen, dass sie einfach keine Zeit und Kraft für den Kontakt haben.

Manchmal sind es auch unterbewusste, ganz alte Assoziationen mit Ausgrenzung, Verstoßen- oder Verlassensein, die uns belasten.

Zu früheren Zeiten, als Menschen auf ihre Familie, ihre Gruppe angewiesen waren, hatte das allein gelassen werden zum falschen Zeitpunkt sehr schnell schlimme Konsequenzen.

Deswegen ist es nachvollziehbar, dass unser Unterbewusstsein erst mal alles versucht, um das zu vermeiden. Ein auftauchendes Angstgefühl kann also einfach ein ganz alter Instinkt sein, der uns dazu bringen soll, uns wieder einer Gemeinschaft anzuschließen. Mir das bewusst zu machen, kann manchmal helfen mich wieder ein wenig zu beruhigen: Es handelt sich um eine nachvollziehbare, auch wenn nicht mehr notwendige Reaktion.

In unserem heutigen Lebensalltag ist das Alleinsein normalerweise nicht mehr akut bedrohlich.

Unsere Gesellschaft ist zum Glück insgesamt immer noch sehr bunt und vielfältig, es gibt Hilfsangebote und wir können inzwischen online oder offline fast in jeder Lebenssituation zumindest ein wenig Anschluss und Unterstützung finden.

Zu anderen Zeiten und in anderen Gesellschaften gab es immer auch Menschen, die bewusst und freiwillig das Alleinsein suchen, oder deren Aufgabe das Alleinsein war. Die gerade dafür geachtet und anerkannt waren.

Es war selbstverständlich, dass nur durch das Alleinsein genügend Raum für innere Erkenntnisse und Entwicklung des Geistes geschaffen werden konnte. Dass es Menschen braucht, die außerhalb des normalen Tagesgeschehens einer Gesellschaft oder einer Familie stehen, um ein Gleichgewicht zu bewahren, auch um ein Gefäß oder Sprachrohr für die Mythen, die Göttinnen und Götter zu werden.

Meist waren das Nonnen und Mönche, Mystiker*innen, Philosoph*innen und weise alte Frauen. Manchmal auch einzelne Wissenschaftler*innen und Naturforscher*innen, oder einfach Sonderlinge, die in Märchen und Geschichten oft als wichtige Helfer*innen und Heiler*innen auftreten.

In vielen Kulturen gibt es Initiationsriten, in denen junge Menschen sich eine Zeit allein durchschlagen müssen und dabei den Göttern und ihren inneren Dämonen begegnen. Ohne diese Zeit gelten sie nicht als erwachsen – nicht reif für die Herausforderungen eines vollwertigen Mitglieds der Gesellschaft. (Diese Riten können sinnvoll und kräftigend, aber in manchen Fällen auch grausam bis traumatisch anmuten – ich mag das an dieser Stelle nicht beurteilen, nur aufzeigen, dass zeitweiliges Alleinsein in vielen Kulturen eine Bedeutung hat).

Damit will ich nicht die Bürde des unfreiwilligen Alleinseins verharmlosen. Ich will nur zeigen: Das Alleinsein für sich ist kein schlechter oder verwerflicher Zustand. Im Gegenteil: Alleinsein ist ein Teil des Lebens und kann sogar wichtige Funktionen haben.

Alleinsein – von der Bürde zur Kraftquelle

Die innere Einsamkeit, die Krankheit mit sich bringt, ist oft sehr schmerzhaft und manchmal kaum zu ertragen.

Das Alleinsein dagegen gibt mir Kraft.

Ich mag zwar auch die Gesellschaft von Menschen, habe gerne einige Kontakte und brauche ein paar enge, verlässliche Bindungen um mich wohl zu fühlen.

Aber eine andere Seite von mir ist auch Einsiedlerin, Eigenbrötlerin und eher introvertiert: Ich brauche das Alleinsein so sehr, wie regelmäßigen Schlaf und frische Luft.

So war ich schon als Kind. Und auch später vergrub ich mich oft am liebsten in Bücher oder war in der Natur unterwegs. Allein zu reisen erlebte ich später als besonders intensiv und bereichernd.

Umso schlimmer war es, nicht mehr allein sein zu können: Als meine Schmerzen so stark wurden, dass ich nicht wusste, wie ich das die nächsten Stunden aushalten sollte. Als der extreme Stress und die Schmerzmittelunverträglichkeiten zu dissoziativen Zuständen führten, wo mir alles fremd und unwirklich vorkam wie ein surrealistischer Traum.

Ich, die ich immer einen Raum für mich brauchte und die ein interessantes Buch oder einen Spaziergang im Wald meist einer Party vorzog, war plötzlich kaum imstande, ein paar Stunden ohne jemanden an meiner Seite zu verbringen.

Von vielen anderen Menschen habe ich das inzwischen auch gehört oder gelesen: Wenn wir uns akut in Gefahr und Unsicherheit sehen, wie es bei einer Verschlechterung oder dem Beginn einer Erkrankung der Fall sein kann, sagen uns unsere Instinkte, dass wir nicht allein sein dürfen.

Wenn es dir aktuell so geht, verurteile dich nicht dafür. Es braucht meist erst ein wenig mehr Sicherheit und Gewissheit darüber, dass wir auch mit unserem aktuellen Zustand überleben und zurecht kommen können, damit wir wieder gut allein sein können.

Bei mir hat es etwa ein bis zwei Jahre gedauert, bis ich so langsam das Alleinsein wieder mehr genießen konnte. Wenn du immer viel unter Menschen warst und sowieso nicht so gern allein, bedarf es manchmal noch etwas mehr Akzeptanz und innere Ruhe, um irgendwann auch dem Alleinsein etwas abgewinnen zu können.

Meine 11 Lieblingsvorteile des Alleinseins

Trotz allem bin ich jetzt wieder sehr gern allein. Und sehe das inzwischen sogar als eine der wenigen für mich guten Dinge an, die das Kranksein mit sich bringt. Zumindest die meiste Zeit.

Davon abgesehen, dass ich einfach das Gefühl mag, für mich zu sein, gibt es auch einige praktische Vorteile:

  1. Ich muss recht wenig tun, worauf ich keine Lust habe (außer natürlich das viele Ausruhen und Liegen, das ziemlich langweilig sein kann, und ein paar wichtige Erledigungen).
  2. Ich kann meinen Tagesablauf ganz auf meine Bedürfnisse abstimmen, was sehr wichtig ist, um meine Symptome im Griff zu haben.
  3. Ich nehme ohne Ablenkung durch andere Menschen alles genauer wahr – die Geräusche von der Straße her, wenn ich im Bett liege. Die raschelnden Blätter. Den Wind und die Sonne auf meiner Haut. Meine Atmung. Den Himmel und das Licht.
  4. Ich kann mich auf meine Texte konzentrieren oder malen, sobald meine Symptome das zulassen. Ich werde nicht in meinem Gedankenfluss gestört.
  5. Ich muss anderen Leuten nicht beim Essen von Nahrungsmitteln zusehen, die ich sehr liebe, aber aktuell nicht vertrage.
  6. Ich kann mich innerlich mit anderen Menschen verbinden und in Ruhe E-Mails schreiben.
  7. Ich muss mich nicht darum kümmern, ob meine Frisur und mein Gesichtsausdruck sozial kompatibel sind.
  8. Ich muss andere Menschen nicht um Rücksichtnahme bitten.
  9. Ich kann in meinem Tempo unterwegs sein.
  10. Ich kann mich jederzeit hinlegen, hinsetzen, oder erschöpft aussehen, ohne dass jemand sich wundert oder besorgt fragt „ist alles in Ordnung“?
  11. Ich kann spontaner sein: Wenn es mir besser geht, gehe ich sofort raus spazieren oder unternehme etwas, wenn mich wieder Schmerzen und Erschöpfung überwältigen, kann ich mich verkriechen und muss nichts erklären.

3 Dinge, die ich nur durch das Alleinsein erfahren konnte

Internet-Freund*innen und Gruppen. Auch wenn es kein vollständiger Ersatz ist für ein echtes Treffen, können auch virtueller Austausch und Freundschaften sehr bereichernd sein. So kannst du Menschen finden, die sehr ähnliche Sorgen oder Interessen haben – und die du im echten Leben niemals getroffen hättest. Nur durch das Alleinsein habe ich erfahren, was für einen Unterschied solche Kontakte machen können.

Meditation. Für viele ist es anfangs leichter, einen Kurs zu besuchen oder per Video eine geführte Meditation mitzumachen. Aber letztlich muss ich, um wirklich in einen tiefen Zustand der wachen Leere und des Gewahrsams zu kommen, für mich allein sein oder zumindest die Anwesenheit anderer Menschen nicht mehr so direkt wahrnehmen.

Spiritualität. Durch längeres Alleinsein und das Lesen mystischer, buddhistischer und daoistischer Schriften und anderer Texte habe ich einen persönlichen Zugang zur Spiritualität erlebt. Dies war eine sehr intensive und tiefe Erfahrung, die ich, auch wenn sie nicht immer so stark präsent ist, ganz fest halte und die mir persönlich so etwas wie ein Urvertrauen vermittelt.

Alleinsein kann meiner Erfahrung nach also nicht nur einsam machen: Es kann auch einen Raum öffnen, um mehr bei mir selbst zu sein, mich mit dem Leben innerlich verbunden zu fühlen. Und es kann uns praktisch die Möglichkeit geben, leichter die Grenzen unserer Belastbarkeit zu wahren und gut für uns zu sorgen – und so zu einer wichtigen Kraftquelle werden.

Zum Weiterlesen

Toni Bernhard: How to Turn Loneliness into Sweet Solitude

Einsamkeit durch Fibromyalgie (fibro-blog)

Wie geht es dir mit dem Alleinsein?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.