Frau hält gleißendes Licht hoch, hinter ihr Dunkelheit (Acrylmalerei)
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Krank in Krisenzeiten? 4 Praktische Tipps

Wenn du wie ich sehr empfindlich auf alle Belastungsfaktoren reagierst, und dazu vielleicht auch noch auf Versorgung durch Familie, Freunde oder Pflegedienste angewiesen bist, hast du dich sicher auch gefragt, was der Corona-Virus für dich bedeutet – und was du tun kannst, um möglichst gut durch diese Zeit zu kommen.

Tatsache ist, wir wissen zumeist nicht, ob und wie uns das aktuelle Geschehen beeinträchtigen wird.

In diesen Tagen fühlen sich die meisten Menschen unsicher.

Wobei unsere Unsicherheit noch eine andere Dimension haben kann, als die von Gesunden:

Wir sind vielleicht auf Pflege und Versorgung angewiesen oder auf bestimmte Medikamente und ÄrztInnen.

Wir sind bereits gesundheitlich beeinträchtigt, und krank zu werden, obwohl du schon chronisch krank bist, ist immer mehr als eine doppelte Belastung.

Aber: Auch wenn wir eingeschränkt sind, wir sind nicht hilflos.

Es gibt vieles, was wir tun können, um uns zu schützen und zu stärken. Ich habe mir einige Gedanken dazu gemacht und möchte sie gern mit dir teilen:

1) Triff praktische Vorbereitungen

Bestelle dir online eine größere Menge für dich verträglicher und haltbarer Lebensmittel.

Lass dir evtl. einige Portionen vorkochen und friere sie ein – damit du ggf. auch allein ein paar Tage überbrücken kannst.

Sprich Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder an, damit sie für den Fall, dass deine aktuelle Pflegeperson erkrankt, für das Nötigste einspringen. Es handelt sich ja nur um eine vorübergehende Situation – wenn jemand erkrankt, ist davon auszugehen, dass er/sie in spätestens 3-4 Wochen wieder gesund ist.

Wenn du auf Medikamente angewiesen bist, sprich mit der Arztpraxis, damit du deine Rezepte möglichst mit der Post zugesandt bekommst – und du einen kleinen Vorrat für mindestens einige Tage bis eine Woche zu Hause hast.

Ansonsten gelten die Vorsichtsmaßnahmen wie für alle anderen auch: Die Hände möglichst oft und gut waschen (kaltes Wasser genügt, mit viel Seife, mindestens 20 Sekunden), soziale Kontakte einschränken, Arzttermine wenn möglich verschieben, soweit möglich mindestens 1-2 Meter Abstand von anderen Menschen halten.

Wenn du nach draußen gehst und in einem Mehrparteienhaus wohnst, denke auch besonders daran, dass Handlauf und Türklinke von sehr vielen Menschen angefasst werden.

Bitte die Menschen in deinem Umfeld, sich zu ihrem und deinem Schutz besonders gründlich an diese Empfehlungen zu halten.

Wenn du wie ich krankheitsbedingt sowieso sehr wenige reale Kontakte hast, ist das, so schwer das auch ist, zur Zeit von Vorteil.

Letztlich ändert sich für viele von uns praktisch gesehen vielleicht sogar weniger als für Gesunde.

2) Stärke deinen Körper und dein Immunsystem

Versuche so viel frische Luft zu bekommen wie möglich. Gehe in die Natur oder fahre Rad (oder E-Bike).

Wenn du nicht hinausgehen kannst, öffne möglichst oft die Fenster oder bitte deine Pflegeperson darum, häufig zu lüften. Vielleicht kannst du dir bei milderem Wetter auch ein Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon herrichten lassen?

Wenn du es verträgst, nimm Vitamin D, C und Zink ein (Ich selbst vertrage nur Vitamin C und Zink und dabei nur bestimmte Präparate). Mache aber jetzt keine Experimente, wenn du sehr sensibel reagierst und keine Erfahrungen mit deinen Reaktionen auf diese Ergänzungsmittel hast!

3) Besinne dich auf deine Inneren Ressourcen

Wenn du wie ich schon seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu tun hast, musstest du sehr viel Stärke und Kraft einsetzen, um damit zu leben.

Ich musste lernen, nicht nur in Angst zu leben und mit Dingen gelassen umzugehen, die andere Menschen in Panik versetzen würden.

Das bedeutet nicht, dass ich ohne Angst bin: Aber ich kenne sie gut, wie ein Familienmitglied das man vielleicht nicht immer zu Besuch haben möchte, das aber dennoch dazu gehört. 

Ich kenne Angst, Unsicherheit, Eingeschränkt-sein – und deswegen habe ich gelernt, jeden kleinen schönen Moment wert zu schätzen und Kraft daraus zu schöpfen.

Lies dazu auch gern die bisherigen Artikel meiner Artikelserie Innere Kraftquellen:

Innere Kraftquelle: Mitgefühl üben

Innere Kraftquelle: Sei wie ein Tier

Innere Kraftquelle: Alleinsein

4) Mache Visualisierungsübungen

Nimm dir in ruhigeren Momenten immer wieder ein paar Minuten Zeit, um deinen Körper mit deiner Vorstellungskraft zu unterstützen.

Erfahrungen und wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass dies sehr wirksam sein kann.

Stell dir die Zellen deines Immunsystems vor. Stell dir den Ort vor, wo sie entstehen, wie sie größer und stärker werden und wie sie lernen, Krankheitserreger zu erkennen und zu eliminieren, schon bevor du überhaupt krank werden könntest.

Es ist nicht wichtig, dass deine Vorstellung dieser Vorgänge medizinisch korrekt ist.

Das Wesentliche ist, dass du diesen Vorgang so detailliert wie möglich visualisierst. Umso genauer und bildlicher deine Vorstellung, umso besser kannst du deinen Körper durch diese Übung unterstützen.

Wenn du dich von deiner oder der gesellschaftlichen Situation überwältigt und überfordert fühlst, kannst du ebenfalls Visualisierungsübungen einsetzen.

Stelle dir das, was dir Angst macht, bildlich vor – und lasse es dann nach und nach immer kleiner werden. Bis es so klein ist, dass du es mit Leichtigkeit zwischen zwei Fingerspitzen aufnehmen und in eine Streichholzschachtel packen kannst.

Fühle, wie du dadurch weiter, offener wirst und wieder viel mehr Raum für andere Gefühle entsteht: Für Mitgefühl, mit dir und anderen, für Dankbarkeit, für Liebe.

Hast du weitere Tipps oder Ideen, wie du dich in den nächsten Wochen schützen und stärken kannst?

Ich freue mich über Kommentare oder eine persönliche Nachricht.

2 Comments

  • Beatrice Bucher

    Hallo Elisa,
    …danke für diese unterstützenden Gedanken – wünsche dir und uns allen – äußere und innere Engel für diese Zeit!
    Lieben Gruß Beatrice
    PS: Diese innere Kraftquelle: „sei wie ein Tier“…das wirkt noch in mir…danke! Immer wieder etwas bei dir zu entdecken!

    • Elisa

      Liebe Beatrice,

      Schön von dir zu lesen, und danke dir sehr – das wünsche ich dir auch.

      (Sei wie ein Tier, an diese Kraftquelle denke ich auch zur Zeit immer wieder.)

      Alles Liebe,
      Elisa

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